Die Biker waren dieses Jahr schon recht früh auf der Bahn. Wie hieß die doch gleich? Ach, erst mal egal, das fällt bestimmt später wieder ein. Ein paar Nicht-Biker waren diesmal auch mit dabei. Wahrscheinlich lag es daran, das ein paar Sachen völlig anders liefen, als man das gewohnt ist.

Gefahren wurde diesmal mit sehr merkwürdigen Bikes: Alle Mopeds hatten vier! Räder, aber das war schon die einzige Gemeinsamkeit mit Quads. Wahrscheinlich was das aber auch der Grund für das ähnlich extrem schlechte Kurvenverhalten. Man mußte sich schon sehr anstrengen, um eine ordentliche Schräglage zu erreichen. Dafür überraschten die Fahrzeuge mit ungewöhnlich vielen komfortablen Sitzen (noch besser als bei der GoldWing, ich schwör!). Am auffälligsten waren natürlich die sowas von kompletten Vollverkleidungen! Das war bei den Temparaturen aber gar nicht schlecht, denn keines dieser Mopeds hatte beheizte Griffe.

Leichtsinnigerweise fuhren alle ohne Helm. Das war eigentlich viel zu gefährlich, denn alle Gasgriffe waren sehr unzugänglich angebracht, und liessen sich nur mit extremen Kraftaufwand drehen. Die tollkühnen Fahrer hatten das aber gottseidank nach kurzer Zeit voll unter Kontrolle, und erledigten das dann locker mit dem rechten Fuß. Das muß man sich mal vorstellen...

Die Biker-Stiefel wurden blöderweise erst nach Antritt der Fahrt bei der ersten Pause verteilt, dann galt aber Tragepflicht. Wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen. Jetzt auf einmal! Das waren jedoch ziemlich leichte Dinger, bei jedem kleinen Schauer wären die Füsse nass geworden. Deshalb sicher auch die vollverkleideten Mopeds. Dazu kam aber noch ein viel zu niedriger Schaft, also nix mit Knöchelschutz. Unverantwortlich sowas! Wenigstens waren sie schön bunt, mal was anderes, sollten sicher alles Racing-Stiefel sein. Aber ob sich das durchsetzt? Wer weiß...

Dann ging's aber wirklich richtig los. Jemand hatte sicher die Verkehrsdurchsagen gehört, und dort wurde wohl vor Stau auf der Bahn gewarnt. Deshalb teilten wir uns in kleinere Gruppen auf, und jede Gruppe nahm dann halt eine andere Bahn. Diese waren aber doch überraschen dicht nebeneinander, und man konnte immer gut Sichtkontakt halten.

Unsere Bahn hatte leider keinerlei Kurven, der Fahrspaß war damit gleich Null. Aber das ging allen Anderen ja genauso. Dafür hatte man das Ziel immer genau vor Augen und konnte auf der Bahn eine ruhige Kugel schieben.

Trotz der eigentlich fahrtechnisch anspruchslosen Strecke kam es immer wieder zu heftigen Umfällen. Diese wurden dann tatsächlich im Handumdrehen mit jeder Menge Punkten bestraft. Dabei war noch nicht mal die Polizei zu sehen. Totaler Überwachungsstaat! Die Umfallstellen wurden dafür aber auch immer wieder blitzschnell geräumt, so das es schnell wieder weitergehen konnte.

Auf den Rastplätzen an der Bahn bekam man natürlich auch kühle Getränke. Bier wurde beispielsweise in winzigen Halb-Liter-Pinnchen ausgeschenkt. Für uns Biker wurden aber Ausnahmen gemacht und man konnte auch normale Drei-Liter-Gläser bekommen. Diese waren hier sehr aussergewöhnlich geformt: Recht schlank, dafür aber über einen halben Meter hoch! Sicher ein Designermodell. Da Einige ja fahren mussten, teilte man sich auch das eine oder andere Getränk. An diesem Tag gab's aber auf der Bahn keine Alkoholkontrolle. Glück gehabt!

Wir bemerkten auch noch einen weiteren tollen Service auf dieser Bahn. Es gab gut sichtbare Fernseher, auf denen Filmvorführungen stattfanden. Leider waren diese aber gerade alle total langweilig. Immer dasselbe. Eventuell waren ja auch alle kaputt. Pech gehabt!

Als wir alle gerade so schön in Fahrt wahren, war die Bahn urplötzlich zu Ende und wir mussten die letzte Ausfahrt nehmen. Bei dieser Gelegenheit wurde dann auch mal wieder Rast gemacht. Komischerweise mußten wir dann alle unsere Biker-Stiefel wieder abgeben. Das war tatsächlich nur eine Leihgabe! Aber so toll waren die Dinger ja eh nicht.

Und vielleicht war es auch ganz gut, das wir die Biker-Stiefel nicht mehr anhatten, ich bin nicht sicher, ob man uns damit in das feine Spezialitäten-Restaurent hinein gelassen hätte. Und es gab dort tätsächlich eine leckere Spezialität, nämlich Schnitzel in allen Variationen. Man konnte sich sogar eines aussuchen und man brauchte es nicht selber holen, sondern es wurde gebracht. Das war ein Fest!

Rundum satt und zufrieden machten wir uns dann in unseren komischen Vierrad-Mopeds wieder auf den Heimweg. Da Einige mal wieder keine Lust auf ein frühes Ende hatten, ging's im PuK noch etwas weiter. Dort war dann endlich wieder alles wie nach jeder anderen Tour!


Ach ja: Die Bahn hieß irgendwas mit Bowling oder so.

Strike!